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Barbara Weißbach / Elena Vorontsowa-Schnell
Zugehörigkeit und Identität von Migranten der ersten
Generation
Arbeitsmigranten als Wanderer zwischen den Welten: Diversity als Chance und
Herausforderung
(erschienen in „PERSONALFÜHRUNG“ - Zeitschrift der
Deutschen Gesellschaft für Personalführung DGFP, Heft 12 2003, S. 48 - 55)
Multikulturelle Vielfalt ist oft, bevor sie sich als
Vorteil erweist, zunächst eine Herausforderung für die Personalpolitik. Das
zeigt das Beispiel eines Unternehmens der Mikrosystemtechnik, dessen 170
Mitarbeiter aus 19 Nationen stammen. Die Autorinnen beschreiben die
Schwierigkeiten dieser Vielfalt und reflektieren die Sprach- und
Diversity-Trainings, mit deren Hilfe unterschiedliche Arbeitskulturen
kommuniziert werden sollten und ihr Aufeinanderprall abgemildert werden sollte.
Ein rasch expandierendes junges Unternehmen der
Mikrosystemtechnik[1] – gegründet von einem
russischen Naturwissenschaftler und geleitet von einer russisch-deutschen Geschäftsführung
– hat in den letzten Jahren 170 Beschäftigte aus 19 Nationen rekrutiert. Es
lag nahe, dass das Unternehmen vor allem Arbeitskräfte aus den GUS-Staaten
anzog. Aber auch aus dem Fernen Osten und Ländern der EU kommen etliche Beschäftigte.
Von den Beschäftigten sind 130 (76,5%) männlich und 40 (23,5%) weiblich. In
der Produktionsabteilung arbeiten ca. doppelt so viele Beschäftigte wie in der
Entwicklung.
Die unterschiedlichen Herkunfts- und Arbeitskulturen
wurden erst zum Thema gemacht, als den deutschen MitarbeiterInnen aus der
Produktion auffiel, dass sich die ausländischen KollegInnen kaum an den
attraktiven Freizeitangeboten der Firma beteiligten. Diese waren auch zur
besseren Verständigung und zur Förderung des Zusammenwachsens der kulturell
recht heterogenen Belegschaft gedacht. Dennoch wurde nach einiger Zeit deutlich,
dass Freizeitangebote offensichtlich keineswegs ausreichten, um Kontakte zu
intensivieren, das Kennenlernen zu unterstützen und den Aufeinanderprall der
unterschiedlichen Arbeitskulturen zu kompensieren. Während sich im Sales und
Engineering die kulturelle Vielfalt der Beschäftigtenstruktur in
beeindruckender Weise als außerordentlich produktiv im Hinblick auf die
Erschließung neuer Märkte erwies, waren in der Produktion zwischenzeitlich
erhebliche Probleme in der kulturell diversen Belegschaft entstanden:
Fehlende Sprachkompetenz verträgt sich nicht mit
hohen Qualitätsvorgaben! Diese gründeten zum einen in noch fehlenden
ausreichenden Sprachkenntnissen der vor allem aus den GUS-Staaten stammenden
MitarbeiterInnen in der Produktion: Angesichts sehr hoher Qualitätsstandards
vor allem für sicherheitsrelevante Produktgruppen war klar, dass die
vorgeschriebenen Verfahren und Prozeduren genau eingehalten werden müssen und
Abweichungen nicht zulässig sind, ferner auch die Dokumentation sehr hohen
Anforderungen unterliegt. Diesen Vorgaben nachzukommen erwies sich als sehr
schwierig, wenn ein Teil der MitarbeiterInnen sie allein schon aus sprachlichen
Gründen nicht verstehen konnte, geschweige denn in Deutsch dokumentieren
konnte. Auch die Übersetzung der wichtigsten Verfahrensweisen ins Russische löste
das Problem nicht – hier erst wurde deutlich, dass es nicht allein um die
einfache und verständliche Präsentation eines hochkomplexen Sachverhalts ging.
Offensichtlich bestand auch ein kaum entwickeltes Verständnis für die hohen
Qualitätsanforderungen an Produkte und Prozesse. Diese wurden teils als überzogen
und akribisch betrachtet, der Sinn war nicht nachvollziehbar und konnte auch
nicht vermittelt werden.
Kommandowirtschaft oder Selbstorganisation. Zum
anderen gab es ganz offensichtlich unterschiedliche Auffassungen über
Arbeitsweise und –organisation zwischen den Kulturen: Während die deutschen Führungskräfte
erwarteten, dass die MitarbeiterInnen sie nach Fertigstellung eines Arbeitsgangs
informierten und sich selbst um neue Arbeit kümmerten bzw. diese bei ihnen
nachfragten, verhielten sich die russischen Beschäftigten ganz anders. Sie
warteten darauf, dass der Meister selbst die Fertigstellung bemerkte und ihnen
dann neue Arbeit zuwies. Tat er dies nicht, warteten sie unter Umständen recht
lange. Die deutschen MitarbeiterInnen dagegen verhielten sich den Erwartungen
der Führungskräfte entsprechend. Die ganz andere Verhaltensweise der
russischen KollegInnen wurde natürlich von den deutschen bemerkt. Aufgrund
ihrer Beobachtungen fanden die deutschen MitarbeiterInnen für das Verhalten der
russischen folgende Erklärungen: Das Prinzip der Selbstorganisation ist ihnen
aus ihren früheren Arbeitserfahrungen heraus nicht bekannt und nicht vertraut.
Dass beispielsweise der Arbeitsplatz von den männlichen russischen Kollegen
nicht aufgeräumt wurde, führte man auf geschlechtsspezifische Einstellungen
zurück – Aufräumen und Saubermachen galten als Frauenarbeiten und wurden von
den Männern verweigert. Die recht unterschiedlichen Verhaltensweisen,
Beobachtungen und Bewertungen führten in der Folge zu Missstimmungen und
latenten Konflikten, aber auch zu der Einsicht: „Wir müssen etwas tun!“
Diese Einsicht wurde noch unterstrichen durch die Notwendigkeit, die
Verfahrensweisen der Qualitätsprüfung in der Produktion akribisch einhalten zu
müssen. Es lag auf der Hand, Sinn und Prozedere der Qualitätssicherung noch
einmal gründlich zu vermitteln und dabei den sprachlichen Anforderungen
Rechnung zu tragen.
Überqualifizierte Emigranten. Einige wenige der in
der Produktion arbeitenden Emigranten waren für ihre Tätigkeit bei weitem überqualifiziert.
So gab es einen russischen Mitarbeiter, der Professor war und nach seiner
Emigration nach Deutschland den erwarteten Lehrstuhl doch nicht bekommen hatte.
Statt dessen musste er nun auf nicht absehbare Zeit als gewerblicher Mitarbeiter
seinen Lebensunterhalt verdienen. Dass solche Lebenspassagen, deren Überwindung
kaum absehbar scheint, von den Betroffenen als Kränkung und Gesichtsverlust
erfahren werden, ist auch für die beiden berichteten Fälle naheliegend und
offensichtlich. Wenn man Professor ist und eigentlich ganz woanders seinen Platz
in der Gesellschaft hätte – muss man sich dann von deutschen Meistern und
Kollegen, die einem selbst fachlich nicht im mindesten gewachsen sind,
Vorschriften über Verfahrensweisen und Arbeitsgänge machen lassen? Nicht
unterschätzt werden darf auch der mögliche oder erwartete Imageverlust und die
Kränkung innerhalb der Migrantengruppe selbst: Man muss nun mit Menschen
zusammen arbeiten, mit denen man im Herkunftsland kaum etwas gemein hätte, man
verdient nicht mehr als sie, man hat den gleichen Status, und der deutsche
Meister darf ihnen beiden gleichermaßen die Richtung vorgeben. Hinzu kommt,
dass die Diversität innerhalb der aus den GUS-Staaten kommenden Migrantengruppe
auch nicht zu unterschätzen ist: Auch wenn deutsche Führungskräfte und
Mitarbeiter oft von „den Russen“ sprechen – es handelt sich keinesfalls um
eine homogene Zusammensetzung, denn neben einer zahlenmäßig stark vertretenen,
sich als Elite empfinden und die anderen dominierenden Subgruppe aus Petersburg
sind auch Migranten aus Moldawien, der Ukraine, Weissrussland, Kasachstan,
Dagestan und vielen andernen Staaten vertreten, die natürlich auch ihre
Stereotype über die jeweils Anderen im Kopf haben. Darüber hinaus wird die
Diskrepanz zwischen Ausbildungs- und aktuellem Status ja auch von den anderen
MigrantInnen der Gruppe wahrgenommen und kann zu sehr unterschiedlichen Gefühlen
führen – von Empörung über die Statusungerechtigkeit bis hin zur heimlichen
Schadenfreude. Welche Gefühle dem auf Seiten der Einheimischen wirklich gegenüber
gestanden haben, ist jedoch schwer zu sagen.
Förderung der Sprachkenntnisse. Die
Produktionsleitung erkannte schließlich, dass Freizeitangebote nicht
ausreichten, um ein besseres Miteinander aller Beschäftigten in der Produktion
zu fördern und die ausländischen Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass Qualitätsstandards
eingehalten werden müssen. Geschäfts- und Personalleitung sowie die russischen
und deutschen Führungskräfte in der Produktion unternahmen nun verschiedene
Versuche einer Diagnose. Diese Bemühungen lassen sich als ein Oszillieren
zwischen umfassender komplexer Problemdarstellung und –beschreibung in
scharfsinnigen Kategorien und als ein Rückzug auf vereinfachende komplexitätsreduzierende
Positionen beschreiben. Letztere äußerten sich in Statements wie „Lasst uns
den Kulturkonflikt bloß nicht so hoch kochen – wir sind doch alle Menschen,
und Menschen sind eben unterschiedlich!“ Man verständigte sich schließlich
auf einen Minimalkonsens: „Unser Hauptproblem ist die Sprache. Wenn alle
einigermaßen Deutsch können, wird alles automatisch besser!“
Diese Einigung legt zwei unterschiedliche Deutungen nahe:
Zum einen hat man eine naheliegende und leicht nachvollziehbare Erklärung für
die Verständigungs- und Kooperationsprobleme gefunden, die nicht zu kompliziert
ist und vor allem nicht so aufwändig erscheint wie die Kulturthese. Hinzu
kommt: Für Sprachkurse zu sorgen bedeutet, einen überschaubaren und im
Nachhinein im Hinblick auf die Erfolge überprüfbaren Schritt zu unternehmen.
Auch ist die sprachliche Verständigungsfähigkeit eine wichtige Voraussetzung,
um über die Rolle der kulturellen Unterschiede kommunizieren zu können –
wenn sie denn nach dem Spracherwerb überhaupt noch von Bedeutung sein sollten.
In dieser letzten allerdings unausgesprochenen und nur aus dem Kontext heraus
gedeuteten Annahme liegt ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis des Umgangs
mit kulturellen Unterschieden: Implizit scheint möglich, dass mit der
Thematisierung der jeweiligen Kulturen ein Stein ins Rollen gebracht werden könnte,
von dem nicht absehbar ist, welche Folgen er vielleicht nach sich zieht, welcher
Leidensdruck sich Raum verschaffen würde und welche Konfrontationen aufbrechen
mögen. Die tiefgreifende Bedeutung kultureller Identität für den Einzelnen im
Migrationsprozess wird erspürt – wenn auch nicht expliziert – und zurückgedrängt,
gerade auch von den russischen Führungskräften, die ja selbst davon betroffen
sind. Diese impliziten Annahmen waren bei einigen der russischen Sprachkurs-Befürworter
begründet zu vermuten, bei der deutschen Personal- und Produktionsleitung aber
sicher nicht vorhanden. Die Verdrängung von Unterschieden und ihrer Bedeutung
im Arbeits- und Alltagsleben rührt häufig von der Angst her, nicht zu wissen,
was mit ihrer Thematisierung an schwerwiegenden und nicht lösbar erscheinenden
Problemen auf den Tisch kommt. Drängt man die Bedeutung der Unterschiede zurück,
sind sie auch nicht da – so die dahinter liegende Psycho-Logik.
Dennoch muss die Entscheidung zur Fokussierung auf den
Spracherwerb respektiert werden, denn es handelt sich immerhin um ein
nicht-triviales Basisproblem, ohne dessen Bewältigung auch eine spätere
Thematisierung kultureller Unterschiede und ihrer Logik nicht möglich scheint.
Zudem tragen erwiesenermaßen Sprachschwierigkeiten zwischen Minderheiten- und
Mehrheitsgruppen zur Aktivierung von Stereotypen und Vorurteilen sowie zur
Beschränkung wechselseitiger Kontakte bei (Taylor Cox Jr. 1994: 67f). Insofern
kann die Entscheidung, zunächst die sprachlichen Voraussetzungen der
Minderheitengruppen zu verbessern, als wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr
Sensibilität im Umgang mit einer multikulturellen Belegschaft verstanden
werden.
Sprachkurs oder interkulturelles Training? Während
eines halben Jahres wurden zunächst klassische Sprachkurse in Deutsch für alle
ausländischen Mitarbeiter und Englisch für die gesamte Belegschaft angeboten.
Letzteres geschah vor allem vor dem Hintergrund der Expansion des Unternehmens
auf globale Märkte, wodurch Englisch zu einer unabdingbaren Voraussetzung im
Vertrieb und Engineering geworden war. Darüber hinaus war es der
Personalleitung jedoch wichtig, auch der deutschen Belegschaft ein Sprachangebot
zu machen, das dem für die ausländischen Beschäftigten ebenbürtig war.
Der Deutschkurs seinerseits sorgte jedoch für weitere
Verwirrungen, die für die deutsche Personalleitung nicht vorhersehbar waren und
für die es auch im Nachhinein kaum Erklärungen gab: Vor Beginn des Kurses
fanden Einstufungstests statt, um Gruppenzusammensetzungen entsprechend den
vorhandenen Kenntnissen zu erhalten. Diese Tests wurden den TeilnehmerInnen mit
der Bitte ausgehändigt, sie allein für sich zu bearbeiten, um ein unverfälschtes
Bild des jeweiligen Kenntnisstandes zu erlangen. Auf dieselbe Art wird üblicherweise
auch vor Sprachkursen für deutsche TeilnehmerInnen verfahren, ohne dass dies zu
nennenswerten Schwierigkeiten führt. Die russischen Führungskräfte
berichteten nun, dass die „Freigabe“ des Tests für die private Bearbeitung
bei allen mit schlechten Basiskenntnissen dazu geführt habe, sich von Partnern,
Freunden und Kollegen helfen zu lassen. Wenn noch einmal so ein Angebot stattfände,
solle man den Test im Betrieb und im Kurs machen, so die einhellige Meinung im
Nachhinein. Sobald ein solcher Test „freigegeben“ sei als Hausaufgabe, sei
das für die MitarbeiterInnen das klare Signal, dass es jetzt eben darauf
ankomme, ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen und nicht eine objektivierte
Aussage über die tatsächlichen Kenntnisse. Ergebnis war schließlich die
Einstufung fast aller in einen Grundkurs. Darunter gab es TeilnehmerInnen, die
kaum die notwendigsten Grundbegriffe des täglichen Lebens kannten und solche,
die durchaus in der Lage waren, sich einigermaßen verständlich zu machen.
Erschwert wurde die Situation später noch dadurch, dass sich spontan zwei
russische Führungskräfte – einer von ihnen Vertrauter des russischen Geschäftsführers
– dazu gesellten, die beide aber schon sehr gut Deutsch sprachen. Damit war
klar, dass die absoluten Anfänger entmutigt sein mussten. Auf die Frage, ob man
nicht die fortgeschrittenen TeilnehmerInnen aus dem Kurs fernhalten konnte:
Russen – und schon gar nicht Vertraute des Geschäftsführers – lassen sich
nicht aus einem Kurs „entfernen“, wenn sie einmal beschlossen haben, sich da
einzubringen. Die Motive blieben absolut im Dunkeln – hier könnte nur
spekuliert werden. Möglicherweise spielten konkurrente Beziehungen eine Rolle,
so dass die Situation „Sprachkurs“ dazu genutzt wurde, Vorrangstellungen im
Sinne von Kompetenzdemonstrationen zu erlangen oder auszubauen.
Trotz dieser schwierigen und unerwarteten Effekte hat der
Deutschkurs sicher einige TeilnehmerInnen in der Beherrschung der Sprache
vorangebacht. Kurse in dieser Art sind den TeilnehmerInnen im Prinzip vertraut,
man weiß ungefähr, was einen erwartet, und die Lernform ist vertraut: Der
Unterricht erfolgte frontal – als Lernform wird Frontalunterricht von vielen
Menschen in der Welt hoch geschätzt und mit seinen Vermittlungsformen wie
Input, Lesen, Wortbildung, Grammatik, Wiederholung, Hausaufgaben, Fortsetzung
erst nach Überprüfung des Stoffs für hoch effektiv gehalten. Kurz: Alles war
so, wie man sich den Standard-Sprachkurs vorgestellt hatte und wohl auch gewohnt
war.
In der Folge fanden dann die sog. Deutschtrainings statt:
Hier wurden Elemente aus interkulturellen Trainings im Mix mit sprachlichen
Vertiefungen bestimmter, in den Arbeitsprozessen des Unternehmens wichtiger
Begriffe und Verfahren aufgenommen. Mit dem so definierten Deutschtraining
sollte zum einen dem immer noch hohen Bedürfnis nach Spracherwerb Rechnung
getragen werden. Zum anderen sollten Erfahrungen und Irritationen in und mit der
deutschen Arbeitskultur, mit Vorgesetztenverhalten, aber auch mit dem Prozedere
der Qualitätssicherung und bestimmter Arbeitsverfahren inhaltliche Themen auf
die Tagesordnung zu setzen. Neben der inhaltlichen Bearbeitung sollten jeweils
beim Folgetreffen wesentliche Begriffe zusätzlich auch unter sprachlichen
(grammatischen usw.) Aspekten behandelt werden. Darüber hinaus bestand
die Vermutung, dass gerade die ausländischen Beschäftigten sich unter
„interkulturellen Trainings“ nur wenig vorstellen konnten und bei einer
anderen Namensgebung der Veranstaltung nicht kommen würden.
An diesen Deutsch-Trainings waren zunächst über 20
TeilnehmerInnen überwiegend aus den GUS-Staaten, Japan und wechselnde deutsche
Führungskräfte – nicht aber die deutschen KollegInnen – beteiligt;
ein entsprechender Vorschlag der Personalleitung wurde mit dem Hinweis auf zu
hohe Ausfallzeiten abgelehnt. In allen Trainings stand neben der Trainerin eine
Übersetzerin russischer Herkunft und ausgebildete Deutsch- und Russischlehrerin
zur Verfügung. Obwohl sich die Übersetzung meistens als nicht notwendig
erwies, wurde deren Bereitstellung von den TeilnehmerInnen aber als Wertschätzung
und positive Aufmerksamkeit erfahren. Die japanischen MitarbeiterInnen benötigten
von Beginn an keine Übersetzung.
Die Themen des sog. Deutschtrainings bezogen sich auf
Urteile und Einstellungen in Russland
und Japan über / zu Deutschland
Fachbegriffe, die im Arbeitsalltag des
Unternehmens häufig benutzt werden und ihre Bedeutung in den jeweiligen
Sprachen der TeilnehmerInnen
Sprachkurs-Elemente wie das Erzählen
von Geschichten, Korrektur und Feedback
die Formulierung von Kritik in den
verschiedenen Kulturen
Führung in Russland, Japan und
Deutschland
Kommunikation am Telefon und
Weitergabe von Informationen aus Telefongesprächen an KollegInnen und
Vorgesetzte.
Halbherziger Trainingsansatz. Was nun erscheint
halbherzig an dem beschriebenen Deutschtraining? In erster Linie ist das Fehlen
der deutschen Beschäftigten zu nennen. Weil die Geschäftsführung dies aus
Kostengründen abgelehnt hatte, blieb im Training nur die Möglichkeit, (arbeits-)kulturelle
Elemente überwiegend frontal zu vermitteln statt sich anhand aktueller Themen
oder Konflikte wechselseitig damit auseinander zu setzen. Es fragt sich, ob die
Geschäftsführung an der Entwicklung interkultureller Kompetenzen auf der
operativen Ebene in der Produktion überhaupt wirklich interessiert ist, oder ob
einfach nur die Kompensation der größten Defizite im Vordergrund stand. Der
Nutzen einer diversen Belegschaft im Sales und Engineering lag angesichts der
Expansionsstrategie des Unternehmens klar auf der Hand (vgl. dazu auch Thomas /
Ely 1996: 83), weil die Erfolge der Diversifizierungsstrategie in der
Personalrekrutierung sich rasch einstellten und auch die Selbstorganisationskräfte
hier offensichtlich positiv wirkten. Aber in der Produktion? Der Nutzen einer
diversen Belegschaft mit interkulturellen Kompetenzen schien hier viel schwerer
nachvollziehbar. Zunächst einmal wurden die durch Konflikte entstehenden
Reibungsverluste, die sich in Ausschusszahlen, Reklamationen und Beschwerden
messen ließen, in den Mittelpunkt gestellt – eine durchaus legitime und
nachvollziehbare Vorgehensweise. Eine Bereitschaft, über den möglichen Nutzen
kulturell diverser Belegschaften nachzudenken, kann sich vermutlich erst
entwickeln, wenn die drängendsten Probleme gelöst sind. Möglicherweise hätte
die Beteiligung deutscher KollegInnen in den interkulturellen Trainings aber
auch zu einer Lösung des Qualitätsproblems beitragen können. Für das Thema
„Führung in unterschiedlichen Kulturen“ allerdings konnten die deutschen Führungskräfte
zur Beteiligung gewonnen werden, was sich als sehr produktiv erwiesen hat: Ganz
häufig geht es ja zunächst einmal darum, Verständnis für bestimmte
Vorgehensweisen zu erklären und ihren Sinn zu erläutern. Dies trägt bereits
viel zur Akzeptanz ursprünglich abgelehnter – weil nicht verstandener und
einsichtiger – Maßnahmen bei und führt nicht selten zu vorwärtsbringenden
Modifizierungen.
Verwirrende Lerninhalte. Der besondere Mix von
Elementen des Sprachunterrichts mit interkulturellen Themen und deren
sprachlich-grammatische Durcharbeitung sollte eigentlich die Motivation zur
Teilnahme erhöhen. Allerdings sorgte der Begriff „Deutschtraining“ für
Verwirrung: Die TeilnehmerInnen erwarteten eine Fortsetzung des klassischen
Sprachunterrichts, nicht aber moderierte Workshops. Nach Klärung der ersten
Verwirrung stießen die angebotenen Themen – nur die ersten waren vorgegeben,
die weiteren wurden gemeinsam mit den TeilnehmerInnen und Führungskräften
formuliert – überwiegend auf Interesse, insbesondere das erste über die
Bilder und Einstellungen im jeweiligen Herkunftsland gegenüber dem Zielland.
Bei einigen TeilnehmerInnen hielt sich jedoch hartnäckig die Auffassung,
Trainings müssen im Frontalunterricht erfolgen. Offensichtlich konnten sie den
Stellenwert und die Ernsthaftigkeit der Trainings in ganz ungewohnten Formen wie
z.B. moderierter Workshops nur schwer nachvollziehen. Dies ergab sich auch in
einem abschließenden Auswertungsgespräch.
Zugehörigkeit über Spracherwerb? Im Unternehmen
wurde die komplizierte Situation von Migranten der ersten Generation recht
deutlich: Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, dem Erhalt der „alten“
kulturellen Identität und der zögernden Herausbildung eines Zwischenstatus als
„Wanderer zwischen den Welten“ führte zu einem Mix aus Selbsteinschätzungen,
Erwartungen und Ansprüchen, die für die Betroffenen selbst als auch für Führungskräfte
und Personalleitung keinesfalls einfach zu bewältigen sind. Viele der ausländischen
MitarbeiterInnen wünschen sich offensichtlich, sich im Einwanderungsland –
und das heißt natürlich auch am neuen Arbeitsplatz – zugehörig fühlen zu können.
Gleichzeitig wird ihnen mit zunehmender Dauer des Aufenthalts bewusster, welche
Identitätsverluste sie durch Anpassungsleistungen erleiden. Das führt häufig
zum Oszillieren zwischen den Bedürfnissen nach Erhalt der alten Identität und
Erwerb von Zugehörigkeitsgefühlen zum neuen Umfeld.
Eine ganz besondere Rolle dabei spielt der Spracherwerb:
Die Verwirrung der „Wanderer“ zwischen den Kulturen versteckt sich häufig
hinter der Vorstellung, mehr Sprachkompetenz löse alle interkulturellen Identitätsprobleme.
Der Bedarf an Sprachkursen ist vor diesem Hintergrund unermesslich und wird auch
von Menschen mit wirklich guten sprachlichen Kompetenzen immer wieder
formuliert. Irritierende Erfahrungen und Diskrepanzen mit dem Leben in zwei
Kulturen werden dabei auch immer wieder verdrängt und verleugnet. Gerade sie
verunsichern zutiefst und können vermitteln, dass Wünsche nach Integration und
Zugehörigkeit zumindest in der ersten Migrantengeneration unerfüllbar bleiben
werden. Es mag nur schwer erträglich sein, sich diesem Gedanken zu stellen –
also definiert man das Problem lieber als ein sprachliches, denn an der
Sprachkompetenz lässt sich leichter etwas ändern. Nicht übersehen werden darf
auch die Wertigkeit der Sprache des Herkunfts- im Aufnahmeland: Es gibt
Sprachen, die hoch bewertet werden – zu ihnen gehören üblicherweise die großen
europäischen – und schlecht bewertete Minderheitensprachen, die als defizitär
gelten (Dahinden / Chimienti 2002: 22) und deren Beherrschung nicht als
besondere Kompetenz des Individuums angesehen wird.
In der Tat erwächst Zugehörigkeit in einem großem Maß
aus der Sprachkompetenz: Ohne die Fähigkeit, in der Sprache des
Einwanderungslandes und der neuen Arbeitsumgebung zu kommunizieren, kann sie
nicht gelingen. Spracherwerb ist also unerlässlich im allmählichen
Integrationsprozess. Allein reicht er aber nicht aus, um sich zugehörig fühlen
zu können – das ist die enttäuschende Erfahrung, die Migranten auch mit
nahezu perfekten Sprachkenntnissen immer wieder machen. In diesem Dilemma
zwischen der Erfüllung zwingend notwendiger Voraussetzungen und der Illusion,
dass deren Erreichen die Frage der Zugehörigkeit definitiv lösen kann, bewegen
sich im Prinzip alle Immigranten – gleich welcher sozialen und kulturellen
Herkunft.[2]
Zwar kann der Grad des Bildungsabschlusses und der Ausbildung zu mehr oder
weniger erfolgreichen Integrations- und Anpassungsleistungen beitragen; aber die
Unterschiede sind nur graduell. Auflösen lässt sich das Dilemma für die
Individuen kaum – und schon gar nicht in der ersten Immigranten-Generation.
Multikulturelle Firma als Heimat? Was wirklich mit
Begeisterung und Stolz von den Beschäftigten wahrgenommen wird, ist, dass sie
Teil eines multikulturellen Unternehmens sind. Die in allen Außenpräsentationen
gezeigte Folie mit den Flaggen der 19 vertretenen Nationalitäten hängt als
Poster auch in vielen Büros. Angesichts der Ambivalenz der kulturellen und
nationalen Zugehörigkeit kann sich hier möglicherweise eine neue (Teil-)Identität
bilden. Vor dem Hintergrund vieler vertretener Nationalitäten und Kulturen ist
dies wahrscheinlich leichter möglich, als wenn sich jeweils eine Mehrheits- und
eine Minderheitsgruppe gegenüberstehen. Förderlich kommt in einem noch relativ
kleinen und überschaubaren Unternehmen hinzu, dass die Multinationalität
permanent und „hautnah“ erfahren wird – anders als in Großunternehmen,
die global arbeiten, vor Ort aber eher monokulturell besetzt sind. – Ein
weiterer Vorteil der multikulturellen Belegschaft und des damit verbundenen
interkulturellen Lernens im Betrieb sind für die ausländischen Beschäftigten
die sozialen Kontakte mit der Mehrheitsgruppe: Denn über die Vermittlung der
Basiskenntnisse hinaus läuft jeder weitere Spracherwerb über Kontakte, in
denen die Referenzsprache gebraucht wird (Dahinden / Chimienti 2002: 24). Auch für
den Brückenschlag zwischen den Kulturen scheint ein multikulturelles
Unternehmen grundsätzlich der geeignete soziale Ort zu sein, da hier
zuallererst gemeinsame Bezugspunkte im Arbeitsprozess gefunden werden können.
Die Perspektive der Frauen: Wie in anderen Firmen
mit multikultureller Belegschaft stößt auch das beschriebene Unternehmen
derzeit auf noch nicht gelöste Fragen der Ansprache und verstärkten Einbindung
weiblicher Beschäftigter. Von den Freizeitangeboten fühlen sie sich kaum
angesprochen angesichts der Familienverpflichtungen, die oberste Priorität
insbesondere für die ausländischen Mitarbeiterinnen haben. Aber auch an
Sprachkursen nehmen ausländische Mitarbeiterinnen seltener bzw. nicht in der
Intensität teil – etwa durch den Besuch von Aufbaukursen – wie männliche
Mitarbeiter. Ein wesentlicher Teil der Identität scheint sich aus der
Familienrolle zu speisen. Das ist im Unternehmen angesichts der relativ großen
Zahl an Mitarbeiterinnen aus der früheren Sowjetunion und der dort seit
Jahrzehnten üblichen Vollzeiterwerbstätigkeit von Frauen nicht unbedingt
erwartet worden, muss nun aber in Rechnung gestellt werden. Hier gilt es auch,
falsche Bilder über Karrieremotivationen von Frauen in der früheren
Sowjetunion zurecht zu rücken: Trotz eines generell hohen Qualifikationsniveaus
haben Frauen auch schon in der Sowjetunion kaum Karrierebestrebungen entwickelt.
Auch gesellschaftlich gab es entgegen weit verbreiteten Vorstellungen
hierzulande kaum Anerkennung für Karriereentwicklung von Frauen. Eine Frau ohne
Familie galt als gescheitert, und die alleinige Zuständigkeit der Frau für die
Familienarbeit war immer eindeutig – eine Karriere zu verfolgen hätte in
vielen Fällen bedeutet, auf das wichtigste Kriterium gesellschaftlicher
Anerkennung zu verzichten.[3]
Zudem handelt es sich bei den russischen Mitarbeiterinnen in diesem Unternehmen
auch durchweg um recht junge Frauen, die über keine hochwertige Ausbildung verfügen,
teils nur angelernt sind. Das Handlungsprinzip der „Beziehungshomopholie“ (Dahinden
/ Chimienti 2002: 36) – des Aussuchens der sozialen Beziehungen nach Ähnlichkeit
– ist vor allem als schichtspezifisches bekannt und muss auch hier in Rechnung
gestellt werden. – Möglicherweise stellt auch die Betreuungssituation für
Kinder in öffentlichen Einrichtungen – obwohl mittlerweile auch im alten
Westdeutschland massiv verbessert – nach wie vor eine Barriere höherer
Frauenbeteiligung an betrieblichen Maßnahmen dar.
Eine Erfahrung, die das Projektunternehmen mit vielen
anderen Firmen teilt: Weibliche ausländische Beschäftigte gelten im Vergleich
zu männlichen in deutlich geringerem Maße als Konfliktquelle. Dies spricht
wiederum für die hohe Bedeutung, die familiäre Verpflichtungen im Bewusstsein
der beschäftigten Frauen haben: Irritationen und Erfahrungen im Arbeitsumfeld
eskalieren seltener, weil ihnen offensichtlich weniger Bedeutung beigemessen
wird – denn wenn die Familie die Priorität Nr. 1 hat, erscheinen Probleme am
Arbeitsplatz eher nachrangig.
Wie die fremde kulturelle Kompetenz im Mix mit einer wie
auch immer definierten Geschlechterkompetenz für Unternehmen nutzbringend sein
könnte, steht demnach noch in den Sternen. Der Diversity-Mix aus (weitgehend)
unbekannter Kultur und unbekanntem Geschlecht scheint zur Zeit noch überkomplex
zu sein – er wird zwar mehr oder weniger ratlos zur Kenntnis genommen, ist
aber von richtungweisenden Ideen noch weit entfernt.
Zwischen Integration und Diversity: Aus einer
Vielzahl im Unternehmen vertretener Nationalitäten und Kulturen die jeweils
angemessenen Konsequenzen für Marketing und Personalentwicklung zu ziehen
stellt eine hoch komplexe Herausforderung dar. Die Entwicklung
vielversprechender Strategien in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen
braucht neben einem nicht zu unterschätzenden Maß an Intuition Erfahrungen,
Reflexion und Zeit (Cox Jr. 2001: 14f). Die hohe Komplexität eines solchen
Diversity-Vorhabens ist auch für die Akteure im Topmanagement nur schwer zu
durchschauen, wo sich ja auch die Nationalitäten und Kulturen in eigenwilliger
Weise mischen. Die Strategien, die sich im berichteten Fall nachzeichnen lassen,
zielen
zum
einen auf Nutzung der diversen Belegschaft im Sales und Engineering bei der
Erschließung neuer globaler Märkte. Eine entsprechende
Rekrutierungsstrategie hat sich fast naturwüchsig aus der ebenfalls
kulturell diversen Geschäftsleitung – in der es keine Mehrheitsgruppe
gibt – entwickelt. Da die Globalisierungs- und Rekjrutierungsstrategie von
Beginn an erfolgreich war, wurde sie auch weiter verfolgt – mit
beachtlichen Ergebnissen, was die Unternehmensentwicklung angeht.
Zum
anderen lässt sich nach innen und insbesondere auf den Produktionsbereich
gerichtet eher eine Integrationsstrategie ausmachen: Hier geht es vorrangig
um Anpassung an Standards des Qualitätsmanagements, des deutschen Führungsstils
und bewährter Prozeduren und Verfahrensweisen der Kultur der
Mehrheitsgruppe. Ebenso geht es um die Durchsetzung einer einheitlichen
Sprache – und zwar derjenigen der Mehrheitsgruppe, während man sich im
Sales und Engineering auf Englisch als Geschäftssprache verständigte. Dies
erschien angesichts der Expansion aud den globalen Markt naheliegend.
Gleichzeitig ist Englisch die Muttersprache von nur ganz wenigen
MitarbeiterInnen, so dass der Lernaufwand für alle in etwa gleich war. In
der Produktion besteht der größte Lern- und Anpassungsdruck dagegen hauptsächlich
für die Gruppe der MigrantInnen. Er sollte allerdings für die deutschen Führungskräfte
im Hinblick auf die Steuerung einer diversen Belegschaft auch nicht unterschätzt
werden – jedoch können sie grundsätzlich aus der (stärkeren) Position
der Mehrheitsgruppe heraus handeln.
Beide Ansätze zielen auf sehr unterschiedliche Resultate
– Integration auf Anpassung, Einbindung und Zugehörigkeit, Diversity auf
Synergien durch Vielfalt. Beide Strategien werden in multikulturellen
Unternehmen gebraucht: Maßnahmen, die zur Anpassung und Integration beitragen können,
greifen legitime Bedürfnisse der ausländischen Beschäftigten auf, ignorieren
oder unterdrücken aber möglicherweise Erfahrungen und Herangehensweisen, die
durchaus funktional und vielversprechend sein könnten. Die Diversity-Strategie
verhilft dem Unternehmen zu seinen Expansionserfolgen, indem die kulturelle
Vielfalt im Sales und Engineering für die Erschließung internationaler Märkte
offensiv und von Beginn an mit großer Selbstverständlichkeit genutzt wird.
Eine für die Diskussion der Erfahrungen des Unternehmens abschließende
Prognose: Je ausgeprägter die multikulturelle Zusammensetzung der Belegschaft
ist – je mehr Kulturen also in ihr in allen Unternehmenseinheiten vertreten
sind –, desto größer werden tendenziell auch die Chancen aller, sich auf
eine viele Nationalitäten und Kulturen umfassende neue Unternehmensidentität
einzulassen und hieraus subjektiven Identität stiftenden Gewinn zu ziehen. Dies
mag als hinreichend gesicherte Erkenntnis aus der Praxis großer Unternehmen
eine vielversprechende Perspektive eröffnen. Der sicher verwirrende und
holprige Anfang im Produktionsbereich hat dennoch zu häufigeren Kontakten und
einer Vertrauensentwicklung zwischen Beschäftigten aus der Produktion und den Führungskräften
geführt. Das wichtige Signal an die Beschäftigten bestand wohl eher darin,
dass überhaupt etwas getan wurde – und zwar im und für den Arbeitsprozess.
Weitere Perspektiven ergeben sich aus der in Kürze beginnenden Beteiligung des
Unternehmens an einem Projekt des Bundes über interkulturelles Lernen im
Betrieb gemeinsam mit anderen Unternehmen.
Summary
Multicultural variety is often a challenge for personnel
policy. A microsystem technology company whose 170 employees come from 19
nations demonstrates this challenge. The authors describe the problems that
occurred in everyday communication and cooperation. Thus it turned out to be
difficult to make employees from countries of the former Soviet Union understand
the strict standards of quality control. The focus of the article is the attempt
to make the different work cultures communicate through language and diversity
training and to defuse the potential of conflict.
Literatur:
Cox, Taylor Jr. (1994): Cultural Diversity in
Organizations. Theory, Research & Practice. San Francisco
ders.: (2001): Creating the Multicultural Organization: A
Strategy for Capturing the Power of Diversity. San Francisco
Dahinden, J. / Chimienti, M. (2002): Professionelles
Sprachmitteln und interkulturelles Vermitteln im Gesundheits-, Sozial- und
Bildungsbereich. Theoretische Perspektiven. Schweizerisches Forum für
Migrations- und Bevölkerungsstudien. Neuchâtel
Thomas, David A. / Ely, Robin J. (1996): Making
Differences Matter: A New Paradigm for Managing Diversity. In: Harvard Business
Review September – October 1996, S. 79 – 90